25. August 2026, 18.00 Uhr
Hitzeinseln
Wie viel Sommer erträgt das Dorf?

Heisse Tage gab es immer schon – doch es werden mehr. Im Churer Rheintal ist die Mitteltemperatur seit Messbeginn 1871 um 1.9 Grad gestiegen, die Zahl der Sommertage von vierzig auf fünfzig. Das schadet der Gesundheit, dem Wohlbefinden, ja sogar der Wirtschaft. Asphalt, dunkle Dächer und Betonwände speichern die Sonne tagsüber und geben die Wärme in der Nacht wieder ab: So entstehen Hitzeinseln mitten im Dorf. Frühere Generationen halfen sich mit Baumschatten, Brunnen, Fensterläden und Lüften in der Nacht. 
Wie verändern sich unsere Dörfer, wenn Hitze zur neuen Realität wird? Wie sehen öffentliche Räume und Gebäude aus, die auch im Hochsommer zum Verweilen einladen? Was können wir aus der Geschichte lernen – und was muss ganz neu gedacht werden? Was lösen wir über unser Verhalten, was muss gebaut sein? Was kostet das? Und was kostet es, nichts zu tun? Was ist Aufgabe der Gemeinde, was liegt in der Eigenverantwortung eines jeden und einer jeden?
Wir treffen uns am Weiherring in Mauren
26. September 2026, 18.00 Uhr
Freizeit 
Dorf als Spielplatz oder Spielplatz im Dorf?

Früher begann die Freizeit vor der Haustür – Strassenfussball bis zum Eindunkeln, mit dem Velo durchs Dorf. Heute sind Kinder in noch knapp eine halbe Stunde am Tag unbeaufsichtigt draussen, und jedes dritte spielt gar nicht im Freien oder nur unter Aufsicht. Schuld sind dabei weniger die Bildschirme und die vollen Terminkalender als die Strasse selbst: In Quartieren mit Tempo 30 spielen Fünf- bis Siebenjährige doppelt so lange frei draussen wie in Quartieren ohne.
Ist das Dorf ein Spielplatz – oder gibt es bloss Spielplätze im Dorf? Fussball auf den Fussballplatz und Autos auf die Strasse, oder Strasse als Multifunktionsfläche? Wo können Kinder in Mauren heute selbständig unterwegs sein, zu Fuss oder mit dem Velo? Braucht freies Spiel mehr Flächen oder vor allem weniger Verkehr? Und wie sieht ein Dorf aus, in dem Freizeit wieder vor der Haustür beginnt?
Wir treffen uns beim Vogelparadies in Mauren
21. November 2026, 10.00 Uhr
Gemeinsam statt Einsam Wohnen 
Mehr als ein Dach über dem Kopf?

Das freistehende Einfamilienhaus war über Jahrzehnte das Mass aller Dinge und hat unsere Dörfer geprägt wie kaum etwas anderes. Nur wohnt darin immer seltener die Familie, für die es gebaut wurde: Zwei von drei Haushalten in Liechtenstein zählen heute noch ein oder zwei Personen. Gebaut wird trotzdem weiter wie bisher – gut die Hälfte aller neuen Wohnhäuser sind Einfamilienhäuser. Dabei gibt es längst anderes.
Welche Wohnformen braucht Mauren – für junge Familien, für Singles, wie fürs Alter? Cluster-Wohnung, Genossenschaft, Mehrgenerationenhaus, betreutes Wohnen: Was passt ins Dorf, was nicht? Wie entsteht in neuen Überbauungen echte Nachbarschaft statt anonymer Wohnungen? Und wo gibt es Beispiele, die zeigen, wie es gehen könnte?
Der Ort wird noch bekannt gegeben
Was ist der Verein ELF?
Was für ein Land (oder was für eine Stadt) hinterlassen wir der nächsten Generationen?
Wer entscheidet darüber, wie ein Gebäude in Liechtenstein auszusehen hat? Die Bewohnerinnen und Bewohner? Die Behörden? Die Architektinnen und Architekten? Der Zufall?
Unsere Berge, Felder, Dörfer, Wälder und Gewässer verändern sich, ob wir wollen oder nicht. Wohin soll diese Veränderung gehen? 
Wieso werden Häuser bei uns durch Blöcke ersetzt?
Gibt es ein Konzept, einen Plan oder eine Vision, wohin Liechtenstein sich entwickelt? Müssten diese aus der Politik oder aus der Bevölkerung kommen?
Was haben die Gemeinden von heute noch gemeinsam mit den Dörfern unserer Grosseltern? 
Hat das Quartier noch eine Bedeutung in den Dörfern Liechtensteins?
Welche Orte, Gebäude und Landschaften von heute sollten in die Zukunft gerettet werden? Auf was könnten wir auch einst verzichten? Was fehlt?​​​​​​​
Der Verein ELF hat keine Antworten auf diese Fragen. Aber eine Bar, an der sie diskutiert werden können. Der Verein ELF hört mit, schreibt auf, sammelt fleissig und illustriert, was die Bewohnerinnen und Bewohner Liechtensteins an Wissen und Gedanken über ihren Lebensraum mitbringen.
Bei uns wird es diskutiert, auseinandergenommen, gemeinsam neu zusammengesetzt und dokumentiert, damit es auch über den jeweiligen Ort der Veranstaltung hinaus wahrgenommen werden kann.
Alte, neue und zukünftige Landkarten Liechtensteins sollen dazu inspirieren, gemeinsam über die Zukunft Liechtensteins nachzudenken. Sie zeigen das Gesicht unseres gemeinsamen Lebensraums, wie es einmal war, wie es heute ist und wie es morgen sein könnte.
Workshops, Diskussionsrunden, Spaziergänge und Ausstellungen fördern verschiedene Perspektiven auf die gleiche Landschaft zu Tage. Ein grosses Liechtenstein-Modell hilft, die erzählten Geschichten und Entwickelten Ideen für spätere Besucher sichtbar zu machen. 
Liechtensteins Dörfer und Landschaft haben sich drastisch verändert und tun dies auch weiterhin. Wir sind davon überzeugt, dass nur eine breit abgestützte Diskussion in und mit der Bevölkerung sinnvolle und nachhaltige Verbesserungen ermöglichen wird.
Der Verein ELF möchte mit dem Projekt Karta-Bar einen Beitrag dazu leisten. Der von jeglichen Parteien und Institutionen unabhängige Verein wurde von Luis Hilti und Toni Büchel gegründet und wird zwischen 2019 und 2030 in den elf Gemeinden Liechtensteins einen Raum für Diskussionen schaffen.