Seit den 1960er-Jahren dominiert das Auto die Raumentwicklung Liechtensteins. Damit der Verkehr besser fliessen kann wurden Baulinien verschoben, Baudenkmäler abgerissen und Brunnen versetzt. Die Strasse verwandelte sich von einem multifunktionalen Ort der Begegnung zu einer Tabuzone für Nicht-Motorisierte. Trotz alledem vermehren sich Autos schneller als die Strassen sich verbreitern und verlängern. Und so stehen wir alle wieder im Stau, und Liechtenstein fährt langsam tiefer in die inzwischen vielbeschworene Sackgasse. Wie kommen wir da wieder raus?
 
Geschwindigkeit. Könnte ein generelles Tempo 30 innerorts Menschen zum Umsteigen auf das Fahrrad oder den Bus bewegen? Oder würde dadurch unser Wirtschaftsmotor absaufen? Erweitern wir damit den öffentlichen Raum für Kinder? Oder Schränken wir die Freiheit der Bürger*innen ein?
 
Grösse. In Kopenhagen wurde das Auto vom Menschen als Ausgangspunkt der Planung abgelöst. Letzterer braucht (mit oder ohne Fahrrad) bedeutend weniger Platz. Für unsere alpine Topografie war der Umstieg auf das Velo lange nicht denkbar – bis das E-Bike kam. Können wir jetzt von den flachen Städten lernen und Liechtenstein auf den Fahrradstreifen lenken?
 
Richtung. Grosskreisel Liechtenstein. Wie wäre es, wenn wir anstatt mehr Strassen bauen, die Hälfte davon wegnehmen? Barcelona, bekanntlich etwas dichter als Liechtenstein, hat genau dies getan. Einbahnstrassen plus Hochbeete, Sauerstoff und Baum-Alleen prägen heute das Stadtbild. Der Strassenraum wurde zum erweiterten Wohnraum, zur Terrasse und zum Spielplatz. Kann ein Kleinstaat schaffen, was eine Grossstadt bereits gemacht hat? Oder wäre das Verkehrschaos damit komplett? Was würdest Du auf der befreiten Spur in der Herrengasse machen?

Mit Input-Vorträgen von
Toni Büchel: eine kurze Geschichte der Geschwindigkeitsbeschränkung
Johannes Inama: Strassen besetzen
Maria Kaiser-Eberle: Verkehrsplanung und Tempo 30 in Ruggell
Luis Hilti: Kopenhagen – Ruggell

Anschliessend freuen wir uns wie immer über Eure Sichten auf die Dinge und Ideen!

Die Veranstaltung, eine Zusammenarbeit mit dem Küefer-Martis-Huus findet am Samstag, den 12. Juni, um 19.00 Uhr im Rahmen der Ausstellung "Die Topographie des Sozialen" im Küefer-Martis-Huus bei jeder Witterung im Garten statt.
Anmeldung erforderlich (per E-Mail an: info@vereinelf.li). 
Die Ausstellung ist geöffnet. Die Zahl der im Haus befindlichen Besucherinnen und Besucher ist beschränkt und es besteht in allen Bereichen Maskenpflicht.